DENOG v2

Sebastian Abt sabt at sabt.net
Di Dez 13 09:46:36 CET 2016


Guten Morgen.

> Am 12.12.2016 um 23:59 schrieb Kai 'wusel' Siering <wusel+ml at uu.org>:
> 
>>> FĂŒr alles, was Malte geschrieben hat, benötigen wir eine juristische Person. Aber was ist, wenndiese juristische Person muss nicht das bisherige DENOG ablöst, sondern z.B. ein “Freunde & UnterstĂŒtzer DENOGs e.V.” (wild aus der Luft gegriffener Name) neben dem jetzigen DENOG ist? Wer möchte, kann dem Verein beitreten und die Ziele von DENOG dadurch unterstĂŒtzen. Man kann die Satzung so verfassen, dass klar ist, dass es sich an DENOG anlehnt, aber nicht etwas von DENOG ĂŒbernehmen möchte.
>> 
>> Den Namensvorschlag finde ich sehr holprig und schon sehr unverbindlich, was dann - mit entsprechender Satzung - wieder bei der GemeinnĂŒtzigkeit Schwierigkeiten macht und der Sache auch nicht gerecht wird.
>> 
>> Ich sehe das Problem ehrlich gesagt auch nicht - es ist eine reine Entscheidung von uns allen, wie offen oder nicht man sein möchte, auch als e.V.
> 
> Ich sehe das Problem latent schon, wenn sich die juristische Person »DENOG e. V.« z. B. aufmacht, die Namensrechte an »DENOG« zu sichern — was dem losen Zusammenschluß, der derzeit DENOG ist, gar nicht möglich ist. Streit um Namen sind ja nun selbst im FOSS-Umfeld nicht gĂ€nzlich unbekannt.

Ich finde den vorgeschlagenen Namen „Freunde und UnterstĂŒtzer von dENOG e.V.“ auch nicht gut und in der Tat glaube ich nicht, dass das von Marcus skizzierte Konstrukt den Nagel auf den Kopf trifft.  Ich fĂ€nde es schon gut und fĂŒr die Zukunft wichtig, dass sich die DENOG ein wenig professionalisiert.  Eine Strukturgebung in Form einer Körperschaft ist hierfĂŒr meiner Meinung nach ein richtiger Schritt.  Das heißt aber noch nicht, dass man dadurch inhaltlich alles Ă€ndern mĂŒsste oder gar etwas großartig Ă€ndern mĂŒsste.

Wenn die Namensrechte fĂŒr DENOG - und bspw. auch denog.de - dann bei solch einer Körperschaft lĂ€gen und diese Körperschaft ĂŒber eine vernĂŒnftige Satzung verfĂŒgen wĂŒrde, fĂ€nde ich das wirklich gut.  Dann gibt es meiner Meinung nach auch ĂŒberhaupt keinen Raum fĂŒr Streitigkeiten.

>>> Nur jetzt kommt das eigentlich schwierige und IANAL, [
] Auch kann es als e.V. schwierig sein, kaufmĂ€nnisch frei zu handeln und schnell Entscheidungen zu treffen, wie es fĂŒr die Organisation von Meetings manchmal notwendig ist. [
]
> 
> Was den Komplex Finanzamt, insbesondere mit GemeinnĂŒtzigkeit, angeht, muß ich mangels Erfahrung passen. Aber fĂŒr eine beschlossene Maßnahme kann man dem Vereinsvorstand im Rahmen der von der MV bewilligten Mittel durchaus freie Hand lassen; dafĂŒr sind die BeschlĂŒsse ja da.

Ich persönlich habe nun ganz konkret eine GrĂŒndung eines gemeinnĂŒtzigen Vereins hinter mir und auch Erfahrung in der Vereinsarbeit mit wirtschaftlichem GeschĂ€ftsbetrieb (klassisch: Sportverein). Die Diskussion um gemeinnĂŒtzige, ideelle und und wirtschaftliche TĂ€tigkeiten ist mir daher nicht unbekannt.  Aus dieser Erfahrung kann ich sagen: das bekommt man schon hin, alles kann in einem Verein koexistieren, man muss sich nur einmal damit auseinandersetzen.

Ich sehe ad hoc auch keine (relevante) EinschrĂ€nkung der Handlungsfreiheit, die die GrĂŒndung einer GmbH o.Ă€. erfordern wĂŒrde.  Hast du da einen konkreten Gedanken, Marcus?

Anders herum glaube ich, das ein Konstrukt bestehend aus Verein+GmbH schon wieder zu komplex ist, wie Malte sagte zu teuer ist, und ein vermeintlich vorweggenommener zweiter Schritt ist.

> Aber wo ein Verein das eine Problem löst (juristische Person), erzeugt er andere, in Form von (Vereins- und Verwaltungs-) Arbeit.

Sicherlich erfordert es hierfĂŒr Commitment.  Aber dieses Commitment gibt es ja schon heute.  Aus meiner Sicht ĂŒberwiegen die Vorteile von Struktur, Transparenz und insbesondere Nachhaltigkeit.


> Daher anders gefragt: gibt es denn ein prinzipielles Problem, z. B. daß die eco Service GmbH als zukĂŒnftiger Veranstaltungspartner entfĂ€llt?

Meines Wissens nicht.  Ich persönlich fĂ€nde es aber gut, wenn die Community im Stande wĂ€re, bestehende und neue Dinge ohne AbhĂ€ngigkeiten zu Externen realisieren zu können und es im gesamten Wirken fĂŒr die Community auch Transparenz und Steuermechanismen gĂ€be.

> Oder daß bestimmte Dienste nicht angeboten werden können mangels juristischer Person?
[..]
> Nein, im Ernst, mir fehlt noch immer so ein bißchen das »why«, um daraus zu einem »how« zu kommen.

Ich möchte dir ein ganz einfaches Beispiel aus der jĂŒngsten Vergangenheit geben.  Es ist sicherlich nicht der bedeutendste Aspekt, aber immerhin:  auf einem DENOG-Meeting gab es einen Vortrag, der nicht lizenzierte mediale Inhalte verwendete.  Dieser Vortrag wurde gefilmt und dieser Film zusammen mit den Slides auf denog.de veröffentlicht.  Im Anschluss bekamen Marcus Stögbauer und ich reichlich Post von eifrigen Justiziaren, weil Marcus im Impressum steht und ich Domaininhaber und admin-c bin.  Diese konkrete Sache ist augenscheinlich nach lĂ€nglichen Diskussionen im Sande verlaufen, aber dennoch möchte ich persönlich ein solches Haftungsrisiko nicht dauerhaft tragen, insbesondere nicht, wenn weitere sinnvolle Dienste und Projekte in der Zukunft aus DENOG heraus entstehen sollen.


GrĂŒĂŸe
sebastian
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